Meine Wanderung auf dem Stevenson Weg
Chemin du
Stevenson von Alés nach Le Puy en Velay
vom 24. Juli bis 6. August 2008
Der schottische Schriftsteller,
Autor des Buches unter anderem "Die Schatzinsel" und "Der seltsame
Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" ist einer der Vorläufer der
Wanderungen in den Cevennes, 1878 legte er mit seiner Eselin Modestine 220km in
12 Tagen von Le Monastier sur Gazeille in der Haute-Loire bis St. Jean du
Gard zurück, und schrieb eine Reisebeschreibung "Eine Reise mit dem Esel
durch die Cevennen"
Läuft man diesen Weg, so begibt man sich in die Fußstapfen des berühmten Autors und passiert, beginnend in Puy en Velay in den Vulkanhochflächen der unteren Auvergne, das Gevaudan und den Berg Lozère (Mont Lozère), die prächtigen Landschaften der Cevennen bis hin zum Land der Kamisarden und Saint Jean du Gard.
Aus diesem Zitat aus dem Internet siehst man, dass ich den Weg in der Gegenrichtung gelaufen bin und mir daher auf der Wanderung einige Menschen entgegengekommen sind.
Was hatte Stevenson in die Cévennen gelockt? Im Sommer 1878 fuhr seine Freundin und spätere Frau Fanny Osbourne, eine in Trennung lebende Amerikanerin, nach Kalifornien, um die Scheidung einzuleiten. Um über die Einsamkeit hinweg zukommen, fasste Stevenson den Plan einer Reise in die Cévennen. Abseits vom Getriebe der Welt wollte er sich sammeln und dem Aufstand der Camisarden unter Ludwig XIV. nachgehen, der für ihn eine Parallele zum Aufstand der schottischen Covenanter unter Charles II. darstellte. In beiden Fällen wurden im Zeichen des Glaubens fürchterliche Grausamkeiten begangen. Stevenson berichtet zwar möglichst objektiv über die Glaubenskämpfe, doch kann er seine Herkunft und somit eine gewisse Sympathie für die Protestanten nicht verleugnen.
Ein schwerer Anfang
Collorgues - Alès
In der Umgebung von Collorgues kenne ich mich natürlich gut aus und starte mit
viel zu schwerem Rucksack in Richtung Cevennen. Bis zum ersten Kaffee in "St.
Maurice-de-Cazevieille" ging noch alles gut aber nach dieser kleinen Pause
setzten die ersten Beschwerden ein. Zum ersten machte sich wieder mein
Hexenschuss bemerkbar, den ich mir vor einer Woche beim Anheben eines zu großen
Steins für meine Steinfiguren zugezogen hatte. Ich muss mich jetzt damit
abfinden, die größeren Steine liegen zulassen. Um mir Erleichterung zu
verschaffen habe ich erstmal Ballast abgeworfen, das heißt mein Zelt im Gebüsch
versteckt. Dann ging es langsam weiter, aber es war eine rechte Quälerei, den
nun schien auch die Sonne erbarmungslos vom Himmel und wenn ich ein Handy dabei
gehabt hätte, wäre die Reise hier schon zu Ende gewesen, den ich hätte jemanden
anrufen, mich nach hause zu fahren. So bin ich aber langsam humpelnd
weiter gegangen bis mir das lebensrettende Wasser ausging. Nach ein paar
Kilometer saß zum Glück ein Liebespaar in einem Auto, die mir bereitwillig
schönes kaltes Wasser in meinem Trinkflasche füllten. Neue Hoffnung keimte auf,
nach einer kleinen Schlafpause am Wegesrand erreichte ich die Einfallsstraße
nach Alès. In einer kleinen Bar gab mir eine kalte Coca-Cola die Kraft zum nahen
liegendem Hotel L'Ecusson zu wackeln. Ein gutes Abendessen und ein tiefer Schlaf
taten dann ein Wunder.
Aus dieser Richtung bin ich gekommen. Alès
das Tor zu den Cevennen

Le pays Camisard
Es ist alles wieder gut
1.Etappe von Alés nach
Mialet
Frohen Mutes marschiere ich am zweiten Tag durch
"Alès",
die alte Bergwerksstadt, und beginne meinen Aufstieg hinter den alten Minen und
marschiere auf einem Kamm (Montcalm) in 550 m Höhe in den Tag hinein. Mit meiner
Kondition bin ich sehr zufrieden, nach dem Einbruch am Vortag. Aber wenn alles
gut läuft wird man unachtsamen und ich merkte nicht, dass ich mich auf einmal auf
dem falschen Weg befinde, der nicht auf der Höhe bleibt sondern Tal hinunter
führt. Hier lerne ich die erste Regel, die mir auf der Wanderung immer geholfen
hat, wenn keine rot weiße Markierung oder Esels Scheiße zu sehen ist, ist man auf
dem falschen Weg. Eine alte Frau, die ich nach dem Wege Frage, will mich wieder
in die Höhe schicken, was ich aber ablehne und dafür einen Umweg in Kauf nehme,
der durch das Tal des Gardons führt. In "Mialet" angekommen, finde ich eine
Stevenson Herberge und ein vorbei kommender Läufer meinte, dass es auch im Dorf
ein Restaurant gibt. Nach 5 Minuten kommt er aus dem Dorfkern zurück gelaufen
und erklärt mir, dass dieses Restaurant für immer geschlossen ist und ich solle
mich noch 3 km bewegen, denn dort gäbe es ein Restaurant und eine Schlafstelle.
Diesen Rat habe ich nicht in den Wind geschlagen und gut gegessen und man
schläft nach solch einer Wanderung auch in einem sehr bescheidenen
Zimmer.
Montcalm

Brücke der Camisarden bei Mialet
Schon mitten in den Cevennen
2. Etappe von Mialet nach
Saint-Germain-de Calberte auf 489m Höhe
Meine Schlafstelle lag nicht auf dem Stevenson Weg, der auf der andern
Seite des Gardons verlief und war am nächsten Morgen leicht zu finden war.
Man weiß sowieso nicht wo Mr. Stevenson genau gewandert ist, man kennt nur die
Dörfer und Städtchen in denen er sich aufgehalten hat. Und hier ist er
überhaupt nicht gegangen, weil er für die letzte Etappe von
"Saint-Jean-du-Gard" nach "Alès" die Postkutsche benutzt hat, denn seinen
Esel hat er in "Saint-Jean-du-Gard" verkauft.
Űber eine kleine Passhöhe erreiche ich Saint-Jean-du-Gard, kaufe etwas Proviant ein und meldete mich zum ersten Mal telefonisch, dass es mir gut geht. Weiter geht's auf den "Col de Sainte-Pierre" und dann wieder herunter ins Tal und den Lauf des Gardons folgend bis nach "Saint-Germain-Calberte". Hier fand ich auch ein kleines Hotel aber leider sind alle Zimmer besetzt. Der Wirt vermittelt eine Ferienwohnung, die 1km außerhalb des Dorfes hoch am Talabhang liegt. Ein alter Mann, der nur unverstehbare, krächzende Laute von sich gibt fährt mich in seinem Auto dorthin. Zum Abendessen bin ich dann wieder zurück gewandert. Zum Abendbrot gab es ein so genanntes "Coucous cevenol", eine riesige Proportion, war aber beinah ungenießbar. Entschädigt wurde ich mit einer sternklaren Nacht auf meinem Rückweg, auf dem ich lange zwei große braune Hunde beobachtet habe, die in einem Zwinger, weit unterhalb der Straße, winselten. Lange habe ich noch vor dem Haus gesessen und weit in das Tal sehen können und über mir die Sterne. Nochmal Abschied von Bruno.
Am nächsten Morgen einen Sonntag, wollte ich mein Frühstück einnehmen, so wie es ausgemacht war in einer Pauschale von 30 Euro, aber das Gasthaus war geschlossen und kein Anzeichen zu sehen, dass es heute noch aufmacht. Ich schob deshalb meine 30 Euro unter die Tür durch und machte mich erneut auf den Weg, ohne einen Kaffee aber dafür ein Croisant, dass ich in der gegenüberliegenden Bäckerei bekam.
Sicht vom "Col de Sainte-Pierre"
Denkmal in Saint-Germain-de-Calberte - Zu Ehren der arbeiten Menschen in
den Cevennen
Saint-Germain-de-Calberte

Hier ist Stevenson bestimmt gewandert
3.
Etappe von Saint-Germain-de-Calberte zum Bahnhof
Cassagnas
Von "Saint-Germain-de-Calberte" zum Bahnhof "Cassagnas" also ohne Kaffee ein kleines Stück durch das Dorf und dann beginnt auch gleich der Anstieg zum "Col de la Pierre Plantée" auf 891 m. Auf halbem Wege liegt eine große Ferienanlage mit allem Komfort und natürlich auch einem Restaurant. Da ich aber kaum Leben bemerkte, bin ich weiter gewandert ohne mich für einen Kaffee zu entscheiden. Der "Pierre Plantée" ist natürlich ein Menhir. Immer auf gleicher bewaldeter Höhe mit vielen schönen Aussichten in Richtung "Barre-des-Cevennen" lässt man links den Plan de Formort liegen und steigt hinunter ins Tal. Und dort liegt auch der alte Bahnhof der in ein modernes Hotel umgebaut wurde. Einzelzimmer waren aber alle vergeben, so dass ich mit mehreren Personen zusammen einem Zimmer schlafen musste. Dieser Bahnhof liegt abseits vom Dorf Cassagnas, dass 1 km entfernt auf einer Anhöhe liegt, über der großen Straße von Alès nach Florac der N106 über den Col Jalcreste. Nach das sind ja viele Details, aber sonst gab's wenig zu berichten, es war nur marschieren, marschieren, marschieren. Einige Bilder machen es etwas anschaulich.
Col de
la Pierre Plantée

Bahnhof Cassagnas

Eine Etappe im Tal
4.
Etappe vom Bahnhof Cassagnas nach Bédouès
Diesen Morgen ging es auf der aufgelassenen Bahnstrecke im Tale der "Mimente" in Richtung "Florac". Bei "Saint-Julien-d'Apaon" verlässt man diesen schönen ebenen Weg und steigt etwas hoch, um weiter durch das Tal zu wandern. Kurz vor Florac geht man etwas oberhalb der Mimente, die mich zu einem kurzen Bad einlud. Wie ich nackend um eine Felsenecke schwomm, sonnte sich ein Mädchen, die aber bald die Flucht ergriff. Ich hätte gerne im "Florac" übernachtet, in der es schöne Hotels und Restaurants gab, aber ich machte mich nach einer kleinen Rast auf dem Weg nach Bédouès, denn ich wollte die nächste Etappe so kurz wie möglich halten, denn sie waren sehr schwierig und wie es sich im Nachhinein herausstellte, war diese Stück Weg, dass mich am meisten angestrengt hat. Wie ich in Bédouès einmarschiere, war meine Überraschung groß, als ich Stefan aus "Collorgues" mit seinem Auto dort traf. Wir tranken ein Bier zusammen, das heißt ich trank das Bier und er erzählte. Da sonst kein Raum in der Herberge war musste ich unter freiem Himmel auf einem Camping-Platz schlafen.
|
Emplacement |
3,30 Euro |
|
Adult |
3,30 Euro |
|
Tax de sejour |
0,20 Euro |
6.80 Euro |
Am Abend suchte ich im Dorf, die
Markierungen des Weges, die nicht vorhanden waren und befragte die Bevölkerung,
die auch keine Ahnung hatten.
Mitten in der Nacht setzte ein leichter Regen ein
und ich schützte mich mit meinem Regenmantel.
Auf der alten Eisenbahnstrecke

Florac

Florac, source de pêcher
Bedoues, Kirche
Dies war das schwerste Stück Weg für mich
5.
Etappe von Bédouès nach Pont Monvert
Zu
spät bemerkte ich, dass ich beim Frühstück meinen in Florac gekauften Hut liegen
gelassen habe. Anwesende Wanderer zeigte mir den richtigen Weg und ich begann
den Anstieg. Nach einer gewissen Zeit entdeckte ich die rot weiße Markierung und
zwar von einem Weg, der direkt von "Florac" aufsteigt. Auf ungefähr 1000 m Höhe
geht es dann zum "Col le Sapet" in 1114 m Höhe. Aber jetzt wird sie wirklich
hart, der Aufstieg zum "Signal du Bougès" auf 1421 m. Hier oben machte ich
Rast,
denn nun stand ein langer Abstieg nach "Pont Monvert"
bevor, wie ich dachte, leider musste ich 5 km vor Montvert noch einmal aufwärts
zum "Cham de l'Hermet" in 1100 m Höhe und dann erst steil hinunter nach Pont
Monvert auf 800 m Höhe. Direkt am Eingang nach "Pont Monvert" fand ich eine Gite
und verlangte das beste Zimmer, mit dem ich sehr zufrieden war. Pont
Monvert ist ein sehr touristischer Ort, nur bei der Restaurant Wahl machte ich
einen Fehler, indem ich das kleine Restaurant "La truite enchantée" übersah und
in einem Hotelrestaurant landete, indem es nicht wie angekündigt eine Forelle
gab sondern Lachs. Auf der Suche nach
der rot weißen Markierung wurde ich im Dorfe fündig, und dachte am nächsten Tage
den Weg leicht zu finden, was sich leider aber als falsch herausstellte.
Col le Sapet

Pont Montvert
Le Mont Lozère
Der Höhepunkt
6.
Etappe von Pont Monvert nach Le Bleymard
Das sollte die Königsetappe werden. Sie führt im den Lozère über den "Sommet de
Finiels" 1699 m hoch, aber ich war nicht ganz sicher, ob ich diese Etappe in
einem Tage schaffe. Ich folge also, den am Vorabend auskundschafteten Weg und
befinde mich am Ausgang von "Pont Montvert" vor dem Müll Sammelstelle. Hier stimmt
etwas nicht und bekomme die Auskunft, das vor kurzem ein neuer Weg angelegt
wurde,
der links von "Pont Montvert" verläuft. Also zurück und den neuen Weg gesucht, der
aber sehr schlecht markiert war und nach einigem herum stapfen durch
Brombeersträuchern war ich endlich auf den richtigen Pfad. Es ging sanft bergauf
bis nach "Finiels" auf 1200 m Höhe, wo ich an einer Quelle meine Wasserflaschen
füllte, um für den Anstieg g
ut gerüstet zu sein. Nach einem steilen Stück
erreicht man eine nackte, hügelige Hochebene, auf der mit einem Steinhaufen die
höchste Stelle markiert ist. Dann begann der Abstieg, an hohen Steinsäulen
(Montjoies) vorbei bis zu einer Skistation "Station du mont Lozère", wo ich zur Stärkung
einer Coca-Cola trank. Der weitere Abstieg nach "Le Bleymard" auf 1069 m Höhe
über denen "Col Santel" ist zwar lang aber relativ einfach zu gehen. In "Le
Bleymard" fand ich ein angenehmes Hotel "Le Remise" mit einem guten Restaurant
und war nach einer angenehmen Nacht für weitere Taten bereit.
Sommet de Finiels

Montjoies

Blick in Richtung "Le Bleymard"
In Le Bleymard
Le Gédauvan
Es geht richtig flott vorwärts mittlerweile
7.
Etappe von Le Bleymard nach La Bastide-Puylaurent
Nach einem guten
Frühstück geht es zuerst nach "Les Alpiers", dann zum verfallenen Dorf
"Serremejan". danach muss man auf einen Pass auf 1413 m aufsteigen. Wenn man
wieder im Tale angelangt ist lässt man das
Dorf "L'
Estampe" links liegen und folgt der Eisenbahnlinie, die über eine große Brücke
nach "Chasseradès" führt.
Hier könnte man den Tag ausklingen lassen, aber da es ernst um die Mittagszeit
war bin ich noch einmal aufgestiegen und nach einem langen Marsch über eine
Hochebene ins Tal der "l'Allier" abgestiegen. Gegenüber dem Bahnhof
befand sich ein großes, weißes
Haus,
eine Gĭte, die einen seltsamen Eindruck machte, da auch FKK Partys angeboten
wurden. Da ich immer etwas neugierig bin, betrat ich diese Stätte, die groß und
unaufgeräumt war und einen verlassenen Eindruck machte. Nachdem ich mehrere
Räume durchschritten hatte, traf ich den Wirt, der mir auf mein Verlangen ein
Einzelzimmer anbot, das aber ein großes Mehrbettzimmer war, dass ich alleine
bewohnte. Er bot mir auch ein Abendessen an, aber was ich bis dahin gesehen
hatte, schreckte mich etwas ab. Ich ging dann in das Dorf zum Abendessen und wie
ich zurück kam machte mir der Wirt Vorwürfe, dass er auf mich gewartet hätte und
schon ein Abendbrotessen für mich vorbereitet hatte. Am nächsten Morgen saßen
ich dann mit einem weiteren Wanderer am Frühstückstisch und der Wirt bereitete ein
hervorragendes Frühstück und backte uns sogar Pfannkuchen. Wenn das Abendbrot
genauso gut gewesen wäre, habe ich einen großen Fehler gemacht.
L'Estampe

Romanische Kirche in Chasseradès

La Bastide-Puylaurent

Das große Unwetter
8.
Etappe von La Bastide-Puylaurent nach Cheylard-l'Évêque
Wieder ein
schöner Tag, der nichts Böses ahnen lässt. Zuerst ist ein kleiner Umweg angesagt
zum Kloster "Trappe de Notre-Dame-des-Neige", indem sich Stevenson drei
Tage aufgehalten hat. Der Weg ist leicht gefunden, wogegen der Eingang zur
Klosterkirche erst beim dritten Anlauf gefunden wurde. Dann geht es weiter im
Tal und nach einer kehre ein leichter Aufstieg und dann ein langer Abstieg nach
"Rogleton" und dann weiter durch das Tal nach "Luc". Hier steigt man hinauf zu
einer Burgruine, bei der ich eine
Rast machte mit vielen andern Wanderern. Nun ging es auf einem langen Wege über
"Les Pradels", in dem wie in vielen kleinen Dörfern auf dem Wege absolut tote
Hose ist, weiter nach "Cheylard-l'Évêque". Hinter "Les Pradels" wurde der Himmel immer dunkler
und es dauerte nicht lange bis ein gewaltiges Gewitter los brach. Mit meinem
Regenkap war ich zwar gut geschützt aber die vielen Blitze ließen keine
Gemütlichkeit aufkommen. Ein wanderndes Pa
ar, das mir entgegen kam, wollte in
"Les Pradels" Unterschlupf finden. Ich machte ihnen aber keine große Hoffnung.
Mir blieb nichts anderes übrig, um weiter nach
"Cheylard-l'Évêque" zu wandern und ich fand auch eine Gĭte "Le refuge du
Moure",
die aber geschlossen war. Ein Schild gab etwas Hoffnung mit der Ankündigung,
dass um 18:00 Uhr geöffnet würde. Also das hieß drei Stunden warten und ich
suchte mir einen Unterschlupf schräg gegenüber in einem Garten mit einem
überdeckten Sitzplatz. Nach einer Stunde hörte das Gewitter dann langsam auf und ich
bemerkte noch einen zweiten Wanderer, der ebenfalls auf das Öffnen dieser Gĭte
wartete. Zu zweit ist man nicht alleine und wir wurden auch nicht
enttäuscht, denn vor der angekündigten Zeit wurden wir ins Haus gelassen. Es stellte
sich heraus, dass es eine sehr angenehme Gĭte war, in der es ein Bier aus einer
kleinen Brauerei gab und ein vorzügliches Abendessen. Wir zwei Wanderer waren uns
einig, dass dies einer der besten Gĭte auf dem Weg waren und dankten dem
Wirtsleute herzlich.
Das Kloster
"Trappe de Notre-Dame-des-Neige"

Die Burg von Luc
Der Sturz
9.Etappe von Cheylard-l'Évêque
nach Landos
Am nächsten Morgen war das Unwetter verflogen und ein weiterer schöner Wandertag begann. Unfreiwillig bin ich eine Abkürzung gegangen, weil ich einmal wieder nicht auf dem richtigen Wege war. Durch einige Dörfer ging es bis nach "Langogne". Hier war Markttag und die Stadt war voller Menschen. Nach "Langogne" beginnt das "Le Velay", der vulkanische Teil des Weges, der mir noch zum Verhängnis werden sollte. Aber nun ging es erstmal hinauf nach "Pradelles", einem schönes romantisches Städtchen, stark von Touristen besucht. In einem Café musste ich so lange warten, bis ich die Geduld verlor und ohne eine Coca-Cola weiter zog. Nun ging es einen nicht enden wollenden Weg bis ich vor dem Dörfchen "d'Arquejol" auf einer abschüssigen Straße, auf der große Basaltbrocken lagen, stürzte und nach einem kurzen Schreck, während ich mich überzeugte, dass alle Gliedmaßen noch funktionierten mich an allen Gliedern blutend erhob. Was soll's es ging weiter und nach einiger Zeit war das Blut getrocknet, nur ein paar Rippen, die von einem Rasierapparate, den ich vor der Brust in meiner Jacke trug, gequetscht waren machten mir noch einige Wochen Schwierigkeiten. Im Landos angekommen gab es keinen Raum in der Herberge und ich musste noch 2km weiter laufen zu einem Campingplatz, auf dem ich mir diesmal ein Zelt mietete. Zu Abend essen muss sich dann noch einmal die 2 km zurück nach Landos. Ein Hotel gab es hier nicht aber im Restaurant "Le dauphin" habe ich billig und gut gegessen.
Pradelles

Le Velay
Langsam geht es dem Ende entgegen
10. Etappe von Landos nach Le Monastier
Der Unterschied zwischen im Freien schlafen und einem Camping Platz ist eine
Dusche, aber das Wesentliche einen warmen Kaffee gibt es bei beiden nicht. Da
ich etwas abseits vom richtigen Wege war und nicht wusste, wie ich am besten
weiterkomme, habe ich mich an einen Radfahrer gewandt. Es gab zwei Möglichkeiten
entweder nach "le Bouchet-Saint-Nicolas" oder eine Abkürzung über "Bargettes"
zur nächstgrößeren Stadt "Costaros", wo ich ziemlich sicher sein konnte ein
Frühstück zu bekommen. Dies tat ich dann auch und wurde nicht enttäuscht. Der
Stevenson Weg, den ich bei "Ussel" wieder fand, brachten mich nach "Goudet" ins
Tal der Loire, was einem steinigen Abstieg bedeutete und nach "Goudet" einen
Aufstieg in der Mittagshitze, denn hier im " Le Velay" fehlen auf weiten Strecken
die schattigen Bäume der Cevennen. Nun geht es weiter durch einige Dörfer bis zum
nächsten Abstieg ins Tal der "Gazelle" und dann wieder hinauf nach "Le
Monastier", wo ich schnell ein angenehmes Hotel fand. Die Zeit vor dem
Abendessen nutzte ich für eine Besichtigung dieser interessanten Stadt, in der
Stevenson seinen Esel gekauft hatte und seine Wanderung begann.
Die Loire bei Goudet
Le Monastier

Wo der Stevenson Weg sich mit dem Jakobs Weg vereinigt
10. Etappe von Le Monastier nach Le Puy en Velay
Auf zur letzten Etappe. "Le Puy" ist nur noch 19 km entfernt, aber wenn man nicht aufpasst, so wie es mir passiert ist, dann könne es auch noch ein paar Kilometer mehr werden. Bei dem Weiler "Le Holme" trifft ein anderer Wanderweg auf den Stevenson Weg und ich habe den falschen genommen und befand mich mit einem Male im Tal der Loire, wo mich ein nachfolgendes Wander-Paar drauf aufmerksam machte, dass ich den Berg wieder hinauf müsste, denn hier würde ich nie nach "Le Puy" kommen. Gesagt getan oben angekommen wies man mir den richtigen Weg nach "Coubon", an der "Loire" gelegen, das heißt runter und wieder hinauf und von oben konnte ich dann "Le Puy" liegen sehen. Mein erster Weg in "Le Puy" war zum Bahnhof und ich löste eine Fahrkarte für Bus und Bahn nach Alès. Der Bus fuhr um 4:30 Uhr nach "Brioude", wo ich in den Zug stieg und durch das wunderschöne Tal der "l'Allier", über "Langonge" nach "Alès" fuhr. Hier brachten mich dann eine Taxi um 23:00 Uhr nach "Collorgues", damit ich endlich einmal wieder im eigenen Bette schlafen konnte. Ende gut alles gut, und in den nächsten Tagen erholte ich mich dann langsam von der doch etwas anstrengenden Tour.
Le Puy

Ich bin natürlich in "Le Puy" die lange Treppen zur Kathedrale hinaufgestiegen,
die bis ins Kircheninnere führt, um zur schwarzen Madonna zu gelangen